Urlaub … oder so

Das meinte mein Mann zu mir. So soll ich meinen Aufenthalt im Krankenhaus sehen. Und so ähnlich ist es ja eigentlich auch, fast wie Wellness-Urlaub … eigentlich.

Einige von euch kennen ja schon die Diagnosen, die mich zu diesem, schon recht zeitigen, Krankenhausaufenthalt zwingen:

  1. Plazenta praevia totalis an der Hinterwand,
  2. Insertio velamentosa und
  3. Vasa praevia.

Alleine wegen der Lage der Plazenta hätte ich mich bereits von einer normalen Entbindung verabschieden müssen. Ich habe Rotz und Wasser geheult! Endlich war die Kotzerei vorbei (mit gut 9 kg Gewichtsverlust), schon kam der nächste Schlag: ohne Kaiserschnitt wird es nicht gehen. Denn die anderen beiden Diagnosen machen das Ganze noch viel komplizierter, vor allem die Vasa praevia. Es ist nämlich so, dass die Nabelschnur nicht nur ein Teil ist. Nein, streckenweise fehlt den Nabelschnurgefäßen die schützende Hülle und die sind dementsprechend auch noch ungeschützt vorm Gebärmutterhals zu finden, dort, wo das Köpfchen also liegt. Die „Profis“ ahnen bestimmt schon, dass das unter einer normalen Geburt extrem gefährlich werden kann. Denn wird Druck auf diese Gefäße ausgeführt, werden sie zusammengedrückt (Unterversorgung des Babys) oder können sogar reißen (dazu schreibe ich nichts weiter). Und damit, wenn es zu vorzeitigen Wehen, Blasensprung oder Blutungen kommt, sofort gehandelt werden kann, bin ich seit fast zwei Wochen in einer Klinik mit Neonatologie Level 2. Und was soll ich sagen. Letzte Woche Mittwoch hatte ich plötzlich leichte Blutungen und Wehen alle 5 min. Ich lag ab 4 Uhr morgens am CTG, um 8 bekam ich dann Wehenhemmer für 48 Stunden und zwei Wehen taten schon ein wenig weh. Gott sei Dank hatte es sich dann wieder beruhigt und ich war zum Mittag wieder in meinem Zimmer. Ich hatte bis gestern Bettruhe, nur zur Toilette durfte ich anfangs selbst gehen. Seit Sonntag durfte ich auch wieder zum CTG gehen. Aber wenn ich zu lange zu aufrecht sitze, hab ich wieder Übungswehen (die blöderweise nicht mehr vom CTG aufgezeichnet werden), bei denen die Herztöne meines Kerlchens immer für die Zeit absacken. So kann ich es den Hebammen auch plausibel zeigen.

Und so sieht zur Zeit mein Tagesablauf aus: wach werde ich irgendwann zwischen 06:00 Uhr und 06:30 Uhr. Bis 07:00 Uhr kommen die Schwestern und kontrollieren die Vitalwerte und verpassen mir seit Donnerstag auch eine Thrombose-Spritze, weil ich viel liege. Zwischen 07:30 Uhr und 09:00 Uhr gibt es Frühstück, meist auch die Visite, um 9 ein Antibiotikum (alle 6 Stunden, nur noch bis morgen). Dann gehe ich irgendwann zum CTG. Mittag gibt es um 11:30 Uhr, danach ruhe ich mich aus oder telefoniere kurz mit der Lütten 😉 Abendessen gibt es zwischen 17:30 Uhr und 19:00 Uhr, nachmittags oder abends (wie es gerade im Kreißsaal passt) gehe ich nochmal zum CTG. Licht wird meist zu 22 Uhr ausgemacht, vorher telefoniere ich natürlich noch mit meinen Lieben. Aufgrund der Entfernung können sie nicht jeden Tag herkommen. Und was mache ich zwischen den ganzen Sachen?

Häkeln, dabei ein Hörbuch oder Musik hören, lesen, die Spieluhr anmachen und an den Bauch halten, mit meiner Bettnachbarin oder den Schwestern und Hebammen reden. So vergeht die Zeit ganz gut. Außerdem hab ich auch noch ein paar tolle Frauen, bei denen ich mich dank WhatsApp auch mal ausheulen kann und die mich mit neuen Büchern versorgen. Ja, das ist echt gut, denn ich werde heute noch mit dem 2. Buch seit meiner Ankunft hier fertig, obwohl ich nur gute 1 bis 1,5 Stunden am Tag lese, beim CTG nämlich (wenn ich da nicht völlig überraschend hin muss). Heute kam hier nämlich Post für mich an und die Schwester meinte: „Sie haben aber schöne Post bekommen!“ Hihi, danke, meine Liebe 😘

Mein Mann und meine zwei Kinder wuppen nun zu Hause und es klappt ganz gut. Es ist allerdings eine ganz schöne Umstellung für meinen Mann 😊 Er muss zu den Elternversammlungen, kontrolliert die Hausaufgaben (wenn sie nicht herkommen), geht einkaufen, bespricht alles mit den Handwerkern etc.pp. Er macht das wirklich gut! Ich bin sehr stolz auf die drei 😍

Nun seid ihr wieder im Bilde und könnt mir die Daumen drücken, dass unser Kerlchen es sich noch eine ganze Weile in mir gemütlich macht. Jeder Tag zählt, heute sind wir schon bei 31+2.

Bis bald,

Eure Stephie

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3 Gedanken zu “Urlaub … oder so

  1. Ach Mensch, ich drücke weiterhin die Daumen! ❤️
    Und die Decke hast du ja auch schon bald fertig. 😄
    Für neue Ideen sorge ich dann wieder mit meinen Granny Buch Rezensionen. Ein neues Buch mit etwa 150 Mustern bekomme ich demnächst von einem Verlag zugeschickt.
    Da kannst du deinen beiden anderen Mäusen auch eine Decke häkeln. 🙈😁
    Liebe Grüße, Valentina.

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